Wahnsinn

Unsere Gäste waren fort. Und so, wie andere sich nun umgezogen hätten, verändertest du dich halt einfach komplett. Aus der toughen Geschäfts- und treusorgenden Ehefrau wurde mein kleines heißes Miststück. Wenn du dich nur einmal durch meine Augen sehen könntest: wie sich schlagartig alles an dir verändert: deine Mimik, Gestik, ja sogar deine Stimmfarbe.

„Gib mir mal bitte die Teller!“ sage ich dir, der Geschirrspülmaschine zugewandt. Nichts. Keine Antwort – keine Teller.

Ich drehe mich zu dir um. Du spielst an deinen Haaren und hast deinen unschuldigsten Schulmädchenblick aufgesetzt. Aha – dies Stück wird heute also gespielt.

Zeit, meine Fassade fallen zu lassen. Zeit, deine einzureißen.

„Gib mir die Teller!“ Du hast den Unterton gehört. Ich habe das Zucken deiner Mundwinkel gesehen. Ich weiß, dass ich das Geschirr vergessen kann. Du schüttelst einfach deinen Kopf. Sagst aber nichts.

„Du weißt, dass ich dich bestrafen werde?“ Dein Lächeln wird breiter. Dein Nicken beinahe euphorisch. Dein Kinn hebt sich herausfordernd.

Ich gehe langsam durch die Küche, packe deinen Hals. Drücke dich gegen die Wand. „Ich frage dich zum letzten Mal. Gibst du mir die Teller?“ Du grinst nur, leckst dir über die Lippen und schüttelst langsam, aufreizend den Kopf. Als wäre dein Hals in eine Schraubzwinge geraten, spürst du schlagartig, wie die Blut- und Sauerstoffzufuhr in deinen Kopf gekappt wird. Dein Lächeln bleibt. Der Wahnsinn beginnt in deinen Augen aufzuleuchten. Dieser kleine Troll, der in deinem Kopf zu toben beginnt und alles kurz und klein schlagend fordert, nicht zu tun, was ich will. Ich reiße dich von der Wand und drücke deinen Oberkörper auf den Tisch. Meine Linke in deinem Nacken versuchst du dich aufzurichten, nimmst den Kampf auf. Scheppernd gehen die Teller am Boden zu Bruch. Gut – wir sind also fertig mit dem Abwasch. Kommen wir zum vergnüglichen Teil des Abends: meine Rechte zieht deine Pluderhose hinab. Und noch bevor deine Hand deinen Arsch schützen kann prasseln die ersten drei Schläge auf ihn. Ein kurzes Lachen entflieht deiner Kehl, was mir ohne Zweifel beweist: Du hast genau diese Reaktion provoziert. Das wirst du unglaublich bereuen!

Ich ziehe dich an deinen Haaren hoch, drehe deinen linken Arm auf den Rücken. „Wirst du jetzt brav sein?“ Wieder schüttelst du den Kopf. Ich drehe dich in Marschrichtung Schlafzimmer. Eine Scherbe der Teller schneidet meine nackte Fußsohle auf. Mein Hirn nimmt dies desinteressiert zur Kenntnis. Aber eine Scherbe könnte ich ja mitnehmen…

Rote Fußtappsen hinterlassend führe ich dich zum Bett und werfe dich darauf. „Du bleibst dort! Wag es dir aufzustehen!“ Ich gehe an das kleine Schränkchen mit den Spielzeugen. Seile, die Gerte, mein altes Bajonett, die große, spitze Scherbe des Tellers. Als ich mich zu dir umdrehe, liegst du in aufreizend entspannter Pose auf dem Bett und beobachtest jede meiner Bewegungen.


Räubertochter:

Ich weiß genau, dass es vollkommen irre ist, dich noch weiter zu provozieren. Was deine Hände mit mir anzustellen wissen, auch ohne dich zur Weißglut zu treiben.
Doch die kleine, fragile Sicherung, die diesen wunderbar klebrig-süßen, heiß glühenden Wahnsinn in mir zurückhält, ist schon lange raus.

Es gibt kein Zurück mehr. Ich will genau das.
Die Brutalität.
Den Kampf.
Deine herrliche Gnadenlosigkeit und das Versinken in meinem Stöhnen, meinen Schreien, wenn ich mich dir und dem, was du mit mir tust, irgendwann ergebe – Du über mich obsiegst und meinen Hunger stillst nach der Faszination in deinem Blick, wenn mein Wahnsinn endlich bricht.

Nichts entgeht mir. Nicht das wütende Funkeln deiner Augen auf meinen Ungehorsam hin. Wie sich deine Hand mit dem Seil unbewusst zur Faust ballt und das tiefe Einatmen, mit dem du um Beherrschung ringst.

Gleich habe ich dich soweit. Nur noch eine Kleinigkeit, und mein Schicksal ist besiegelt.

Ich spüre deine Hände bereits auf mir – mein Atem geht schneller, die Vorfreude zeigt sich fast erschreckend nass zwischen meinen Beinen.
Bin ich wirklich so irre? Mein Blick taxiert dich, nimmt alles in sich auf, tastet sich die Muskeln und geliebten kantigen Formen entlang. Gott ja – ich bin es!

Den Kopf leicht schräg gelegt beiße ich mir kurz auf die Unterlippe. Meine Stimme ist rau vor Erregung. „Möchtest du etwa mit mir spielen? Sei vorsichtig, mit den Sachen könntest du dir wehtun.“


Ich lege alles geordnet auf das Bett. Ich zwinge dich auf den Bauch zu legen. Setze mich weit oben auf deinen Rücken. Seelenruhig beginne ich Galgenknoten in vier Enden der Seile zu binden. Ich lege zwei der Schlaufen um deine Handgelenke und binde sie oben am Bett fest. So gesichert, verfahre ich mit deinen Fesseln genauso. Straff auf das Bett gebunden erstirbt deine Gegenwehr mit der Erkenntnis, dass sich Galgenknoten unter Zug nur noch weiter zuziehen. Eigentlich müsste ich jetzt einen Schritt zurücktreten und mein Werk begutachten. Aber aktuell will ich nur eins: dir weh tun. Dich ficken, bis du zuerst um Gnade und danach um mehr bettelst!

Ich ziehe deine Hose noch weiter hinab, was irgendwann auf Grund deiner gespreizten Beine nicht mehr geht und nehme mein Bajonett und schneide sie im Schritt in zwei Hälften. Dein Oberteil schiebe ich auf Höhe deiner Schultern und schneide deinen BH auf. Heute gibt es keine Gefangenen. Ich nehme die Scherbe des Tellers und streichle deinen Rücken damit. Rote Striemen zeichnen sich auf deiner Haut ab.

Der erste Hieb der Gerte trifft unvermittelt deinen nackten Arsch. Versteh mich nicht falsch – ich bin kein Sadist. Ich bin Künstler. Und du meine Leinwand. Augenblicklich zeichnet sich ein knallroter Strich über deinem Arsch ab. 5° verdreht schlägt der nächste ein. Dort, wo sich die beiden kreuzen, entsteht eine kleine Schwellung. Das muss höllisch weh tun, doch kein Ton von dir.5 Minuten später sieht dein Hintern aus, wie der Himmel über Frankfurt: nur das die Kondensstreifen der Flugzeuge rot statt weiß sind. Aber ich bin überzeugt, dass dein Arsch in den nächsten Stunden auch blau sein wird.

Ich lege The Prodigy in das CD-Fach der Anlage. Maxim Reality fordert dich mit „Inhale, inhale, you´re the victim!“ auf, erstmal durchzuatmen. Ich stehe neben der Anlage und sehe dich an. „Come, play my game!“ schreit dich Keith Fint an. Was bleibt dir auch anders übrig?!

„Exhale, exhale, exhale!“ Deine Pussy zeichnet sich feucht glänzend zwischen deinen Beinen ab. Ich will dich. JETZT!

Ich ziehe deinen Kopf an den Haaren zurück, überdehne deine Kehle dadurch und während ich in dich eindringe, beiße ich in deinen Nacken. „Mistkerl!“ Oh – Stimme wieder da. Immer und immer wieder stoße ich zu. So tief und fest ich kann. Meine Hände wandern unter deinen Körper. Ich stütze mich auf meinen Ellenbogen ab. Ein umfasst deine Brust, spielt mit deiner Brustwarze. Die andere liegt an deiner Kehle und lässt dir nur so viel Luft, dass du nicht völlig wegtrittst. Dein kehliges Röcheln, dass kaum mehr als Stöhnen zu erkennen ist, wird lauter. Intensiver. Deinem Puls an meiner Handfläche nach zu urteilen, ist es so weit: ich lasse deine Kehle los. Ich beuge mich neben deinen Kopf und flüstere „Lass es raus!“ Dein Körper zuckt konvulsivisch unter mir, ich kann deine Beckenbodenmuskulatur sich öffnen und schließen spüren. Du drückst deinen Rücken durch und schnappst nach meinem Hals. Beißt zu. Aus meinem Knurren wird ein Stöhnen. Ich komme. Du spürst meinen Samen tief in dir. Warm.

Ich sinke schwer atmend neben dir auf das Bett. Sehe dich an. Der Wahnsinn ist wieder bedingungsloser Liebe gewichen. „Weißt du,“ beginne ich während ich deine Fesseln löse, „Wahnsinn ist dann am besten, wenn beide wahnsinnig sind!“ Dein Lachen klingt wie Musik. Du legst deinen Kopf auf meine Brust. Spürst die unglaublich Wärme, die von meiner Haut an der deinen ausgeht. Ich streichle deine Wange und du schließt deine Augen.

Weltuntergangsromantik IV

Frauen. Anders kann ich es gerade nicht ausdrücken. Die Zivilisation ist dahin. Die Menschheit zerfällt. Und du hast nichts besseres zu tun, als mir lautstark in einer nur auf den ersten Blick unbewohnten Stadt erklären zu wollen, was du für mich empfindest oder eben nicht empfindest. ‚Bringt sie bitte mal wer zum Schweigen‘ denke ich, als ich den Querschläger nahen höre.

Ein Teil deines Armes wird zerstäubt und landet als roter Nebel auf der Windschutzscheibe. Nein… dieses Wort hallt unaufhörlich in meinem Kopf hin und her, während du zu Boden gehst. Nicht nochmal. Noch ein Loch werde ich nicht graben! Weiterlesen

Entfesslung

Die Hände hinter dem Kopf – gefesselt. Nackt. Die hohen Stiefel aus dem derben Leder. So knie ich vor dir. Mein Kopf ist leicht gesenkt. Meine Augen verfolgen deine Bewegungen. Du trittst an mich heran. Nah. Ich kann deine Haut riechen. Deine Wärme spüren. Ich sehe die Klinge nur kurz.

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Die Hütte

Über Stunden hatten wir an dem kleinen Bergsee gelegen. Die Sonne brannte auf uns nieder. Ich mochte deinen Geruch. Dein dezentes Parfüm. Der Duft deiner Haare, wenn du sie frisch gefärbt hast. Wir haben viel geredet. Zukunft. Freunde.

Arm in Arm gehen wir zurück zum Motorad. Der Tag war viel zu schnell vorbei. Endlich mal allein. Nett von deiner Schwester auf die Kinder zu achten.

Kupplung: check. Bremse: check. Zündung ist an. Startknopf. Der Motor der KTM 990 SM R erwacht unter einem Aufbrüllen seiner Zylinder. Das Einlegen des Ganges wird von der Maschine durch einen kräftigen Ruck an der Kette quittiert. Das Beast will los. Lassen wir es frei! Weiterlesen

Befreiung

Vorwurfsvoll blinkt mich der Cursor an. Seit Monaten ist mein Kopf wie leergefegt. Oder nein – das stimmt nicht. Eigentlich ist er voll. Worte, die ich nicht mehr sortieren kann. Gedanken, die in Sackgassen enden.

Bist du mal getaucht? Tu es mal! Wenn du am Grund bist, lass die Luft aus deinem Jacket. Der Gürtel wird dich am Grund halten. Und nun versuch zu laufen! Es wird nicht gehen. Das Wasser wird dich nicht vorankommen lassen. So ähnlich fühle ich mich gerade.

„Schatz“ sagst du, während du mich zart an der Schulter berührst. Ich zucke vor Schreck zusammen. „So wird das doch nichts“ fährst du fort. Du weißt, wieviel Druck gerade auf meinen Schultern lastet. „Ich gehe schonmal vor“, flüsterst du mir ins Ohr, „ich warte auf dich!“ Weiterlesen

Im Training

Das Laub raschelt unter unseren Füßen, als wir locker durch den Wald joggen. 14°C. Wir tragen beide kurz. Die Luft strömt kühl in unsere Lungen. Die Temperatur der Luft ist perfekt um unsere vom Sport aufgeheizten Körper zu kühlen. Nur auf der Brust spüre ich einen dünnen Schweißfilm. Alle fünf Minuten erteile ich ein kurzes Kommando, worauf wir 50 Meter sprinten. Wie üblich laufe ich leicht versetzt hinter dir. Ich liebe es dem Spiel deiner Muskeln im Arsch zuzusehen. Deine Körperspannung und -haltung.IMG_20150920_110419

Körperspannung – das bringt mich auf eine Idee. Weiterlesen